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Erstes Bayerisches Schulmuseum - Feuerhof: Eine vielfältige Plattform für Gemeinschaft und Kultur

Gemeinschaft von netten, unternehmungslustigen,
kulturbewussten und reiselustigen Menschen
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Erstes Bayerisches Schulmuseum Sulzbach-Rosenberg
Eine Zeitreise mit Tintenfass und Rohrstock
Das Erste Bayerische Schulmuseum Sulzbach-Rosenberg

Wenn Sie dachten, die Schule sei heutzutage streng, dann sollten Sie sich auf eine kleine Zeitreise begeben – ins Erste Bayerische Schulmuseum in Sulzbach-Rosenberg. Hier erwartet Sie kein modernes Smartboard und auch keine bequemen Drehstühle, sondern eine Reise in eine Ära, in der der Lehrer nicht nur die Tafel, sondern auch die Disziplin fest im Griff hatte.

Das Schulmuseum, das 1979 im Stadtteil Rosenberg als erstes Museum seiner Art in Bayern eröffnet wurde, befindet sich in der historischen Schlößlschule, einem 1896 erbauten Gebäude, das heute als kultur- und bauhistorisches Denkmal erhalten ist. 1981 wurde hier das Schulmuseum eröffnet, und es hat sich seither als eines der größten seiner Art im gesamten deutschsprachigen Raum etabliert. Was erwartet die Besucher? Nun, die Antwort ist einfach: ein schulisches Survival-Training der besonderen Art.

In insgesamt 13 Räumen präsentiert sich die Entwicklung des bayerischen Schulwesens über zwei Jahrhunderte hinweg – eine spannende, aber auch lehrreiche Angelegenheit. Besonders hervorzuheben sind die originalgetreu eingerichteten Klassenzimmer aus den Jahren 1875, 1920 und 1960. Wer hier Platz nimmt, fühlt sich unmittelbar in eine Zeit versetzt, in der Schiefertafeln statt Tablets die Lehrmittel waren und der Rohrstock als Motivationshilfe diente – was aus heutiger Sicht fragwürdig erscheint, aber damals (mehr oder weniger) zum Schulalltag gehörte.

Ein Blick in die hölzernen Schulbänke mit ihren eingelassenen Tintenfässern und das altehrwürdige Lehrerpult offenbart schnell: Der Unterricht von damals war nichts für Weichgesottene. Wer sich traute, mit dem Nachbarn zu tuscheln oder den Lehrstoff nicht ganz so schnell begriff, durfte durchaus mit einer „freundlichen“ Ermahnung rechnen. Die pädagogischen Methoden waren vielleicht nicht immer zimperlich, aber sie haben Generationen von Schülern Disziplin und Gehorsam beigebracht – ob gewollt oder nicht.

Doch das Museum bietet weit mehr als nur nostalgische Klassenzimmer. Die Ausstellung gibt faszinierende Einblicke in die Entwicklung der Schrift, die Geschichte der Schulbücher und Lehrmethoden sowie in das Berufsleben der Lehrer. Es gibt eine beeindruckende Sammlung an Wandtafeln, Rechenhilfen und anderen historischen Unterrichtsmaterialien – manche davon wirken aus heutiger Sicht wie Geräte aus einem mittelalterlichen Alchemistenlabor.

Besonders Mutige können sich selbst an der Sütterlinschrift versuchen. Wer also dachte, dass heutige Klausuren unleserlich sind, wird nach einem Versuch in dieser alten Schreibweise eine ganz neue Wertschätzung für moderne Druckbuchstaben entwickeln.

Das Museum ist nicht nur eine Fundgrube für Geschichtsinteressierte, sondern auch ein perfektes Ausflugsziel für Schulklassen. Hier kann man das Bildungswesen vergangener Zeiten hautnah erleben – inklusive der Erkenntnis, dass wir es heute doch eigentlich ziemlich gut haben.

Wer sich also einmal fühlen möchte wie ein Schüler im Kaiserreich, der sollte dem Ersten Bayerischen Schulmuseum in Sulzbach-Rosenberg einen Besuch abstatten. Doch Vorsicht: Wer frech wird, könnte sich unversehens in der Ecke wiederfinden – auf einem Holzscheit sitzend, versteht sich! Ein faszinierendes und lehrreiches Erlebnis, das garantiert für Gesprächsstoff sorgt – vielleicht sogar ganz ohne Strafeintrag ins Klassenbuch.
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